Anatomie

 

Der Körper der Hauskatze ist enorm wendig. Das Skelett besteht aus über 230 Knochen (das menschliche Skelett weist nur 206 Knochen auf, obwohl es größer ist), Becken und Schultern sind weniger starr mit dem Rückgrat verbunden als bei den meisten Vierfüßern. Die Katze kann dank ihrer kräftigen Muskulatur sehr gut springen und schnell laufen. Mit dem Schwanz hält sie beim Springen und Fallen die Balance.

Eine Katze ändert während des Fallens reflexartig ihre Lage im Raum, wenn der Kopf nicht in der richtigen Position ist. Fällt sie aus einer gewissen Höhe, landet sie deshalb auf den Füßen, unabhängig davon, in welcher Position ihr Fall begann. Ihre biegsame Wirbelsäule erlaubt ihr, sich in der Luft zu drehen. Wenn sie genug Zeit hat, entspannen sich ihre Muskeln, wodurch das Verletzungsrisiko beim Aufprall minimiert wird.

Die Krallen der Katze dienen zum Fangen und Halten der Beute. Die scharfen, gebogenen, einziehbaren Krallen liegen jeweils in einer weichen, ledrigen Tasche am Ende einer Zehe und werden zum Kämpfen, Jagen und Klettern ausgefahren. Katzen markieren ihr Territorium mit Harn, aber auch, indem sie an Bäumen oder anderen Gegenständen kratzen: Die Krallen hinterlassen sichtbare Spuren, Harn und die Duftdrüsen an den Ballen der Pfoten Duftmarken.

Die Zähne der Katze sind eher zum Zubeißen als zum Kauen geeignet. Mit den kräftigen Kiefermuskeln und den scharfen Zähnen kann die Katze kleinere Beute mit einem Biss töten.

Das Sehvermögen der Katze hilft ihr auch bei nächtlicher Jagd. Eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut (Tapetum lucidum) erlaubt es ihr, mit geringsten Lichtmengen zurechtzukommen; sie verfügt daher über eine ausgezeichnete Nachtsicht. Außerdem hat sie ein beträchtliches Gesichtsfeld, und sie kann räumlich sehen und damit Entfernungen exakt einschätzen. Das Sehvermögen am Tag ist allerdings nicht so gut wie beim Menschen: Katzen sehen eher Bewegungen als Details und nehmen wahrscheinlich nur ein eingeschränktes Farbenspektrum wahr. Die Hornhaut der Augenlinse einer Katze weist Zonen mit unterschiedlichen Brennweiten auf, damit verschiedenfarbiges Licht (mit unterschiedlichen Wellenlängen) dennoch im selben Bereich der Netzhaut fokussiert werden kann. Wenn sich die Pupille bei großer Helligkeit zu einer runden Öffnung verkleinerte (wie beim Menschen), wäre das Farbensehen der Katze unscharf. Die schlitzförmige Öffnung garantiert, dass Licht auch auf die Randzonen der Augenlinse einer Katze fällt und ermöglicht so ein scharfes Abbild der Umwelt.

Das Gehör der Katze ist sehr empfindlich. Sie hört ein großes Spektrum von Tönen, vor allem im Ultraschallbereich. Weniger sensibel ist sie für tiefere Töne, was möglicherweise erklärt, warum manche Hauskatzen eher auf weibliche als auf männliche Stimmen reagieren. Eine Katze kann die Ohren unabhängig voneinander bewegen und sich so gleichzeitig auf verschiedene Geräusche konzentrieren.

Katzen haben einen hoch entwickelten Geruchssinn, der bei Nahrungssuche und Fortpflanzung eine wichtige Rolle spielt. Viele der sozialen Signale von Hauskatzen werden über Gerüche vermittelt, so können Kater den Geruch paarungsbereiter Weibchen über mehrere hundert Meter wahrnehmen.

Eine Katze kann zwar kaum Süßes schmecken, dafür aber kleinste Unterschiede im Geschmack von Wasser feststellen. Die Zunge der Katze ist mit rauen Papillen bedeckt, mit denen sie Fleisch von Knochen raspelt. Sie benutzt die Zunge auch, um sich zu säubern.

Die Schnurrhaare oder Vibrissen der Katze sind äußerst sensibel. Mit ihnen untersucht sie Hindernisse und bemerkt Veränderungen in ihrer Umgebung. Bei sehr schwachem Licht kann sich die Katze ihren Weg mit den Schnurrhaaren ertasten.

 

© Microsoft Encarta Enzyklopädie 2004