... wie alles begann ...
   ... wie ich zu meinem Namen kam ...
   ... wie ich in mein neues Heim kam ...
   ... wie die Meisel-Katze einmal zu Besuch kam ...
   ... wie ich sehr tapfer beim Tierarzt war ...
   ... die Sache mit den Ausstellungen ...

 

... wie alles begann ...

Meine Existenz in diesem komischen babyblauen Haus

Eythstr. 7, 89075 Ulm

verdanke ich gewissermaßen einem flotten Dreier. Da wären zum einen meine Mama Pauline und mein Papa Kimboy,

GIC Pauline of Bloomingdale EC Kimboy aus der Spielzeugstadt

die dafür sorgten, dass meine Geschwister und ich am 31.12.2001 das Licht der Welt erblickten. Wie das vonstatten ging, kann sich wahrscheinlich sogar jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch vorstellen, zum Anderen nahm die Meisel-Katze bereits vor meiner Geburt meine Geschicke in die Hand, sorry Pfoten, und das kam so:

Kenny von Centaurius aka Miles aka Meisel

Ich habe jetzt zwei Mitbewohner (Annett und Frank), wobei eine eine Katze wollte und der andere nicht. Da Annett aber ziemlich clever ist, versuchte sie es mit List und Tücke, in Gestalt des mächtigen Meisel-Katers, den sie kurzerhand als Urlaubsgast einquartierte. Davon war Frank so begeistert, dass er sofort das gesamte world wide web nach einem geeigneten Hausgenossen absuchte und dabei auf Bloomingdale's stieß, alle nötigen Absprachen traf und bis heute nicht müde wird zu behaupten, was für eine tolle Idee er hatte, als er beschloss, mich in seinen Haushalt aufzunehmen.

 

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... wie ich zu meinem Namen kam ...

Wie oben zu lesen, wurde ich am 31.12.2001 geboren. Daher ist eine der meistgestellten Fragen, warum heißt der süße Kerl nicht Silvester? Dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens: Ich bin nicht süß, sondern majestätisch, was am besten in meiner super Körper- und grazilen Pfotenhaltung zum Ausdruck kommt.

Bloomingdale's T-Wurf

Da sich dies bereits in sehr frühen Lebenstagen abzeichnete, bekam ich den Namen dieses coolen römischen Kaisers, Titus, (nebenbei bemerkt reden sich viele Menschen ein, dass Katzen auf Namen, die einen I- oder S-Laut beinhalten, besonders gut hören; ich persönlich halte das für ein Gerücht, ich höre oder nicht, total egal wie das Wort sich anhört, Hauptsache es hat mit Leckerli zu tun). Zweitens: Wir waren vier Buben und ein Mädchen bei unserer Geburt und konnten natürlich nicht alle Silvester heißen, insbesondere nicht das Mädchen. Drittens: Wir waren der T-Wurf des Zwingers, also fangen unsere Vornamen nach den Regeln der Rassekatzen-Vornamen-Kunst mit „T“ an.

 

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... wie ich in mein neues Heim kam ...

Als ich sechs Wochen alt war, haben Annett und Frank mich das erste Mal besucht. Er mochte meinen Namen (typisch Mann, nur am Prestige interessiert), sie mochte mein liebes Wesen (schließlich wusste sie nicht, was auf sie zukommt) und ich konnte die beiden gut riechen (die wichtigen Dinge), so dass wir schnell handelseinig wurden und ich am Karfreitag 2002 nach Ulm übersiedelte. Klingt ziemlich unspektakulär, war es aber nicht. Seither wissen alle, dass ich Auto fahren hasse (und eine kräftige Stimme habe).

Endlich angekommen, war ich ein wenig derangiert, aber guten Mutes, wenngleich mir die Trennung von meiner Familie (und allem, was ich bis dahin kannte) natürlich sehr schwer viel. Aber schließlich hatten sich diese Menschen viel Mühe beim katzengerechten Umbau ihrer Wohnung gegeben. So machte ich sie dann auch gleich mit meinen Regeln des Zusammenlebens vertraut: Ich entscheide, was essbar ist und was nicht (Nassfutter ist bäh, das Teuerste ist gerade gut genug); Annetts Kopfkissen gehört mir (es sei denn, ich beschließe, auf ihren Füßen zu schlafen); Spielen ist schön und gut (aber bitte nicht, wenn ich schlafen will); u.s.w. u.s.f. und das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

 

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... wie die Meisel-Katze einmal zu Besuch kam ...

Wie jede Katze, die etwas auf sich hält, bin ich Alleinherrscher in meinem Reich, ein Imperator gewissermaßen, also Huldbezeugungen gegenüber aufgeschlossen, ein Übermaß an Geselligkeit jedoch meidend. Und dann kamen sie auf die Idee, die Meisel-Katze einzuladen. Wahrscheinlich wollten sie meinem „Miterzeuger“ noch einen Blick auf eine glückliche und souveräne Katze gönnen. Meisels Menschen hatten nämlich beschlossen, in eine andere Wohnung zu ziehen und, als wäre das nicht schon schlimm genug (jeder weiß, wie sehr wir Veränderungen hassen), sollte er auch noch eine Halbschwester bekommen. Das Ende eines friedlichen und bequemen Katzenlebens nahte.

Katzen sind nicht nur für ihr Autonomiestreben (manche nennen es verächtlich Eigensinn), sondern auch für ihr schlechtes Gedächtnis bekannt. So kam, was kommen musste, ich erkannte in Meisel nicht meinen „Miterzeuger“ (hätte vorher ja noch 'mal einer was sagen können), sondern einen mächtigen Eindringling und verteidigte mein Territorium. Es gab ein ziemliches Gefauche (keine Pfotengreiflichkeiten, schließlich wissen wir, was sich gehört). Meisel verzog sich hinter's Sofa und ich pinkelte in sein Klo. Klarer Sieg nach Punkten.

 

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... wie ich sehr tapfer beim Tierarzt war ...

Ich hasse Tierarztbesuche. Erstens: Die Praxis ist in Neu-Ulm, dass heißt, man muss mit dem Auto hinfahren, und was ich vom Auto fahren halte, ist hinlänglich bekannt. Zweitens: Man wird gewogen, dass finde ich peinlich. Nicht, dass nicht jedes Gramm von meiner majestätischen Erscheinung künden würde, aber manche Menschen behaupten, wir Briten neigen zu Übergewicht. Drittens: Man weiß nie, was auf einen zukommt.

Ich saß also in meinem (zugegebenermaßen sehr komfortablen) Katzenknast im Wartezimmer und wartete. Da kam dieser monsterhafte und absolut respektlose Riesenhund und guckte, aufgeregt sabbernd, in meinen Käfig. Bis dahin kannte ich Hunde nur aus Erzählungen bzw. von dem Geräusch in unserem Hausflur, identifizierte ihn jedoch sogleich als das Böse (alternativ: das Dumme; sorry Hundebesitzer) und zeigte ihm, wer der Imperator in diesen vier Wänden ist. Ich plusterte mich etwa zu dreifacher Größe auf und schlug ihn mit einem gekonnten Pfotenhieb durch die (schützenden) Gitterstäbe in die Flucht. Er jaulte, guckte dumm und zog von dannen. Derart mutig wollte ich mich auch gegen den in die Nase tropfenden Tierarzt zur Wehr setzen. Der holte sich jedoch Verstärkung und so musste ich die Prozedur über mich ergehen lassen. Nicht, dass ich ein Impfmuffel wäre oder so. Impfungen sind wichtig, sonst herrscht überall Tod und Elend, aber es gibt tatsächlich angenehmere Dinge.

 

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... die Sache mit den Ausstellungen ...

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Wenn Ihr also meine Homepage betrachtet, werdet ihr mich schön finden, oder? Jedenfalls hatte Frank irgendwann die Schnapsidee, mich der Öffentlichkeit, auch Fachwelt oder Erster Deutscher Edelkatzen-Züchterverband genannt, zugänglich zu machen. Annett und ich waren dagegen, sie aus philosophischen (Wer oder was entscheidet, wer oder was schön ist? Antwort: die Kampfrichter!), ich aus praktischen (schon wieder Auto fahren) Gründen. Und so fanden wir uns eines Tages in Weil am Rhein wieder (wer sagt, dass wir hier in einer Demokratie leben?). Erst war ich ja skeptisch, nahm aber alsbald meine gewohnt souveräne Haltung ein und alles lief fortan bestens. Ich gewann Schleifen und sogar einen Pokal (an sich Dinge, die die Katze nicht braucht, aber der Mensch freut sich) und bekam sogar einige unmoralische Angebote (völlig Fremde wollten mich kaufen oder als Zuchtkater nutzen). Zur Strafe dafür, dass uns Frank dauernd durch die Weltgeschichte zerrt, ist er bei jedem Event wahnsinnig aufgeregt und verdingt sich, um das zu kompensieren, neuerdings als Steward. Sehr lustig. Frank und die riesigen Waldkatzen; ein Bild für die Götter.

So liebe Freunde, ich hoffe, ich konnte Euch einen ersten Eindruck von meinem ziemlich aufregenden Katzenalltag vermitteln. Solltet Ihr neugierig geworden und an weiteren (delikaten) Details aus dem Leben eines Katzenimperators interessiert sein, schickt mir 'ne Mail.

Bis dahin, herzlichst Euer

Titus.

 

veröffentlicht in der Fachzeitschrift für Katzenfreunde "die edelkatze" Nr. 4/2002 (ISSN 0013-0826) und im Informationsblatt der Interessengemeinschaft Britisch Kurzhaar & Europäisch Kurzhaar im 1. DEKZV e. V. "CAT NEWS" Nr. 1/2003

 

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